Herbst im Zyklus – warum Rückzug kein Stillstand ist
- Catherine

- 14. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Kurz vor der Periode fühlt sich alles anders an. Statt dagegen anzukämpfen, dürfen wir diesen inneren Herbst bewusst leben – mit Ruhe, sanftem Yoga und liebevollem Blick auf uns selbst. Erfahre, wie Rückzug Kraft schenken kann.
Vielleicht kennst du das: Kurz vor der Periode fühlt sich plötzlich alles schwerer an. Die Energie sinkt, die Stimmung schwankt, und eigentlich möchtest du dich nur zurückziehen. Genau dann meldet sich aber oft dieser innere Kritiker: „Reiss dich zusammen. Sei nicht so faul.“
Mir ist das erst im Laufe der Jahre so richtig bewusst geworden. Früher habe ich meine Periode einfach „hingenommen“ – klar, sie war da, aber ich habe nicht hinterfragt, was sie wirklich mit mir macht. Heute sehe ich deutlicher: In dieser Phase bin ich weniger konzentriert, mein Körper richtet seine Energie nach innen und bereitet sich auf etwas anderes vor. Doch im Alltag leben wir oft weiter, als wäre nichts. Wir funktionieren, weil die Gesellschaft genau das erwartet.
Dabei zeigt uns die Natur etwas anderes. Die Bäume entschuldigen sich nicht, wenn sie im Herbst ihre Blätter loslassen. Sie machen es einfach – ohne Schuldgefühl. Warum also sollten wir uns dafür rechtfertigen, wenn wir langsamer werden? Rückzug bedeutet nicht Stillstand. Rückzug bedeutet, Raum für Neues zu schaffen.
In meinem inneren Herbst versuche ich deshalb, mir kleine Oasen zu schenken: eine sanfte Yogapraxis, ein paar tiefe Atemzüge, Schreiben im Journal oder auch ganz schlicht Tee und ab unter die Decke. Und ich spüre: Wenn ich es wirklich schaffe, diesen Rückzug umzusetzen – nicht nur im Kopf, sondern im Alltag – dann ist das unglaublich wohltuend. Mein Körper entspannt sich, mein Geist wird klarer, und ich merke, dass diese Phase nicht gegen mich arbeitet, sondern für mich.
Früher habe ich mich in diesen Tagen oft kritisiert: zu müde, zu empfindlich, zu wenig umzusetzen. Heute erkenne ich, dass mein innerer Herbst ein Geschenk ist. Er lehrt mich, loszulassen, weicher zu werden und Kraft zu sammeln – für das, was noch kommt.
Vielleicht magst du das nächste Mal auch hinein zu spüren: Nicht im Funktionsmodus durchhalten, sondern dir erlauben, langsamer zu werden. Dein Körper weiss genau, was er braucht – und du darfst ihm vertrauen.
Kleine Auszeit auf der Matte – wohltuende Asanas für deinen inneren Herbst
Wenn du dir in dieser Phase ein paar Minuten nur für dich gönnst, kann das unglaublich wohltuend sein. Diese einfachen Yoga-Haltungen helfen, den Körper zu entspannen, die Gedanken zur Ruhe zu bringen und den inneren Rückzug bewusst zu leben:
Kindhaltung (Balasana): Auf die Knie setzen, Oberkörper nach vorne sinken lassen, Arme locker nach vorne oder neben den Körper. Sorgt für Geborgenheit und Entspannung.
Sanfte Vorbeuge im Sitzen: Beine ausgestreckt oder leicht angewinkelt, Oberkörper nach vorne sinken lassen. Hilft, Gedanken zur Ruhe zu bringen.
Knie-zu-Brust-Position (Apanasana): Auf dem Rücken liegend, Knie sanft an die Brust ziehen, um Verspannungen im unteren Rücken zu lösen und innerlich loszulassen.
Beine-an-der-Wand (Viparita Karani): Füsse an der Wand hochlegen, Körper entspannen lassen. Perfekt, um Energie umzuleiten und den Geist zu beruhigen.
Tipp: Nimm dir in jeder Haltung ein paar tiefe Atemzüge, spüre bewusst deinen Körper und lass los. Kein Druck, kein Ziel – einfach sein.
Abschlussgedanke: Erlaube dir, diesen inneren Herbst bewusst zu leben. Gönn dir die Ruhe, den Rückzug und die kleinen Momente nur für dich. Du bist nicht faul, du bist in Einklang mit deinem Körper. Und wenn du das zulässt, merkst du, wie wohltuend, kraftvoll und nährend diese Zeit sein kann.
Herbstliche Grüsse
Catherine





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